Künstliche Intelligenz verändert den Schulalltag rasant – doch schweizweit gelten bisher unterschiedliche Regeln. Deshalb diskutiert die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) über gemeinsame nationale Leitlinien für den Einsatz von KI im Unterricht. Ziel ist es, Lehrpersonen, Schulen und Kantonen Orientierung zu geben – etwa bei Prüfungen, Hausaufgaben, Datenschutz und Medienkompetenz. Ein Verbot steht nicht zur Diskussion. Stattdessen soll KI sinnvoll und verantwortungsvoll genutzt werden, während kritisches Denken und eigenständiges Lernen weiterhin im Zentrum bleiben.
Nachfolgende erlesene Pressebeiträge sind nach Erscheinungsdatum sortiert (neuste zuoberst).
China geht gegen sogenannte KI-Companion-Apps vor, die Freundschaften oder romantische Beziehungen zwischen Menschen und KI fördern. Die Regierung befürchtet emotionale Abhängigkeit, insbesondere bei Jugendlichen, sowie negative Auswirkungen auf soziale Beziehungen und die ohnehin tiefe Geburtenrate. Millionen Nutzerinnen und Nutzer sind von den neuen Regeln betroffen. Experten weisen darauf hin, dass KI für einsame oder psychisch belastete Menschen oft eine wichtige emotionale Unterstützung darstellt und damit eine Lücke füllt, die im realen Leben häufig bestehen bleibt.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in religiöse Gemeinschaften – etwa beim Schreiben von Predigten, in Bibel-Apps oder durch spirituelle Chatbots. Das eröffnet neue Möglichkeiten, birgt aber auch Risiken. Forschende warnen, dass KI religiösen Fundamentalismus ungewollt verstärken kann, weil sie ihre Antworten auf Inhalten aus dem Internet aufbaut. Konservative Auslegungen sind dort oft stärker vertreten als liberale Perspektiven. Gleichzeitig bietet KI grosses Potenzial für Bildung und den interreligiösen Dialog.
Unternehmen setzen grosse Hoffnungen in Künstliche Intelligenz, um effizienter zu arbeiten und Kosten zu senken. Doch in der Praxis entwickelt sich KI oft zur unerwarteten Kostenfalle. Je intensiver Mitarbeitende KI nutzen, desto höher fallen die Ausgaben für Rechenleistung und sogenannte Tokens aus. Deshalb führen immer mehr Unternehmen Nutzungslimiten ein und hinterfragen, wo sich KI wirtschaftlich tatsächlich lohnt. Fachleute empfehlen, den KI-Einsatz gezielt zu planen und den Nutzen regelmässig den Kosten gegenüberzustellen.
Der Einsatz von KI im Irankrieg hat den USA einen unerwarteten Vorteil verschafft: riesige Mengen an realen Einsatzdaten. Diese sind besonders wertvoll, um militärische KI-Systeme weiterzuentwickeln und künftige Einsätze präziser und schneller zu planen. Fachleute sprechen von einem enormen Wissensgewinn, da reale Kriegsdaten deutlich aussagekräftiger sind als Simulationen. Gleichzeitig wirft diese Entwicklung ethische Fragen auf: Kriege werden zunehmend auch zu Trainingsfeldern für KI – mit weitreichenden Folgen für die Kriegsführung der Zukunft.
Künstliche Intelligenz verändert die Museumswelt grundlegend. KI kann Ausstellungen mit personalisierten Führungen bereichern, alte Handschriften entschlüsseln und riesige Sammlungen von Objekten, Bildern und Dokumenten effizient erschliessen. Dadurch werden Forschung und Wissensvermittlung deutlich verbessert. Gleichzeitig warnen Fachleute vor Risiken: Museen dürfen KI nur mit sorgfältig geprüften und kuratierten Daten einsetzen. Andernfalls könnten Fehlinformationen die Glaubwürdigkeit der Institutionen gefährden – ihr wertvollstes Gut.
Künstliche Intelligenz hält auch in Kirchen Einzug. In einigen Gottesdiensten wird sie bereits genutzt, etwa zum Formulieren von Predigten, für Gebete oder als Inspirationsquelle bei der Vorbereitung. Befürworter sehen darin eine Chance, neue Zielgruppen anzusprechen und den Glauben zeitgemäss zu vermitteln. Gleichzeitig betonen Kirchenvertreter, dass KI den persönlichen Glauben, die menschliche Seelsorge und die Verantwortung der Pfarrpersonen nicht ersetzen kann. KI soll den Gottesdienst unterstützen – nicht den Menschen.
Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt in der Informatik spürbar. Besonders Stellen in der Softwareentwicklung gelten laut der ETH-Konjunkturforschungsstelle als gefährdet, da KI immer mehr Programmieraufgaben übernimmt. Vor allem einfache und repetitive Tätigkeiten werden automatisiert. Gleichzeitig betont die Branche, dass Informatikerinnen und Informatiker weiterhin gefragt bleiben – allerdings mit neuen Kompetenzen. Wer KI gezielt einsetzen und komplexe Probleme lösen kann, wird künftig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. (Schweizer Radio und Fernsehen (SRF))
KI-generierte Bücher überschwemmen zunehmend den Buchmarkt – besonders im Bereich Kinderbücher und Ratgeber. Viele erscheinen unter Pseudonymen oder im Selbstverlag und sind für Leserinnen und Leser kaum als KI-Produkte erkennbar. Da eine Kennzeichnungspflicht fehlt, stehen Buchhandlungen und Verlage vor grossen Herausforderungen. Fachleute empfehlen, auf Autor, Verlag, Qualität und Bewertungen zu achten. Die Entwicklung zeigt, wie KI die Buchbranche verändert und neue Fragen zu Transparenz, Urheberrecht und Qualität aufwirft.
OpenAI stellt seine KI-Video-App Sora überraschend ein – obwohl sie als Hoffnungsträger für die Erstellung realistischer Videos galt. Offizielle Gründe nennt das Unternehmen nicht. Experten vermuten jedoch, dass der enorme Bedarf an Rechenleistung, hohe Betriebskosten sowie der harte Wettbewerb mit Google und Anthropic entscheidend waren. OpenAI will seine Ressourcen künftig stärker auf ChatGPT, Unternehmenskunden und die Entwicklung sogenannter «World Models» für Robotik konzentrieren. Der Fall zeigt, wie schnell sich der KI-Markt verändert und dass selbst vielversprechende Produkte wieder verschwinden können.
Der neueste Schweizer Bildungsbericht zeigt, dass KI immer schneller dazulernt – während viele Schulen noch damit ringen, wie sie die Technologie sinnvoll einsetzen sollen. Einige Kantone sind bereits gut aufgestellt, andere hängen deutlich zurück.
ChatGPT und andere KI-Systeme verändern nicht nur unseren Alltag, sondern auch unser Denken. Neurowissenschaftler warnen: Wer KI unkritisch alle Denkaufgaben übernehmen lässt, trainiert Konzentration, Kreativität und kritisches Denken immer weniger. Das Gehirn passt sich an und wird in diesen Bereichen weniger gefordert. Gleichzeitig kann KI ein wertvolles Werkzeug sein, wenn sie als Unterstützung statt als Ersatz genutzt wird. Entscheidend ist deshalb ein bewusster Umgang: zuerst selbst nachdenken, dann KI gezielt als Impulsgeber einsetzen.
Viele Menschen schreiben KI-Chatbots höflich mit «Bitte» und «Danke» an. Laut Fachleuten verbessert das die Qualität der Antworten jedoch nicht. Jeder zusätzliche Begriff muss verarbeitet werden und erhöht den Rechenaufwand – bei Milliarden von Anfragen summiert sich das zu einem höheren Energieverbrauch. Entscheidend für gute Resultate sind nicht Höflichkeitsfloskeln, sondern klare und präzise Anweisungen. Wer Energie sparen möchte, formuliert seine Prompts möglichst kurz, konkret und zielgerichtet.
Künstliche Intelligenz verändert die Internetsuche grundlegend. Statt Nutzer auf Websites weiterzuleiten, liefern ChatGPT und Googles KI-Übersichten immer häufiger direkte Antworten. Für Medien, Blogs und andere Webseiten bedeutet das einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen und damit sinkende Werbeeinnahmen. Studien zeigen, dass KI-Zusammenfassungen die Klickrate um 30 bis 70 Prozent reduzieren können. Die Branche fordert deshalb neue Vergütungsmodelle und einen besseren Schutz journalistischer Inhalte im KI-Zeitalter.
Im Rahmen der Jugendmedienwoche YouNews wollen drei Jugendliche wissen, wieso das Thema KI In Schulen unterschiedlich behandelt wird. Mit dieser Frage machten sie sich auf den Weg ins Berner Oberland zur Oberstufe Thieracher.
Künstliche Intelligenz hält auch Einzug in der Bildung. Nun testet die Pädagogische Hochschule Bern wie ein KI-basierten Tutor Schülerinnen und Schüler beim Lernen unterstützen und Lehrpersonen im Unterricht entlasten kann.
Im Fürstentum Liechtenstein sorgt ein neues Webradio für Aufmerksamkeit: Die Nachrichten werden mit KI-generierten Stimmen vorgelesen. Grundlage sind jedoch keine von der KI erfundenen Inhalte, sondern journalistisch recherchierte Artikel, die automatisch zusammengefasst und vertont werden. Das Projekt zeigt, wie KI Medien effizienter machen kann. Gleichzeitig warnen Fachleute vor Fehlern der KI sowie vor ethischen und rechtlichen Fragen rund um geklonte Stimmen. Menschlicher Journalismus bleibt deshalb weiterhin unverzichtbar.
Immer mehr Kantone setzen bei der Bearbeitung von Steuererklärungen auf künstliche Intelligenz. Die Systeme prüfen eingereichte Daten, erkennen Auffälligkeiten und helfen, Fälle nach ihrem Risikopotenzial zu priorisieren. Den endgültigen Steuerentscheid trifft jedoch weiterhin ein Mensch – die KI dient lediglich als Unterstützung. Behörden versprechen sich dadurch schnellere Verfahren und eine effizientere Nutzung ihrer Ressourcen. Gleichzeitig werden Fragen zu Transparenz, Datenschutz und möglicher Diskriminierung durch algorithmische Entscheidungen intensiv diskutiert.